saftwaage
Saftwaage
Die "Saftwaage" ist ein Begriff aus dem Gartenbau, spezieller dem Pflanzenschnitt.
Grob gesagt geht es darum, dass bei Bäumen und sonstigen Holzgewächsen eine symmetrische Verteilung der Äste und Astlängen der Gesundheit der Äste und der Pflanze im Ganzen zugute kommt. Das optische und gewichtliche Gleichgewicht bedeutet also auch ein gesundheitliches Gleichgewicht.
Bei Obstbäumen im besonderem wird die Methode gern angewendet, da sich das gleichmäßige optimierte Fließen der Säfte direkt positiv auf den Ertrag ausübt.
Einige Elemente des Zuschneidens gemäß der Saftwaage:
- Höher gelegene Äste werden kürzer geschnitten als tiefere
- Seitenäste auf gleicher Ebene werden auch auf gleiche Höhe geschnitten
- Durch Spreizen und Binden bringt man korrespondierende Äste auf gleiche Winkel
- Vor allem die Leitäste sollen auf den gleichen Winkel, in der Regel ca 45 Grad gebracht werden
- Wenn die Leitäste gut in der Saftwaage gehalten werden, wachsen auch die anderen Triebe gleichmäßiger
Obstbäume schneiden

Allgemeines zum Obstbäume schneiden
Der Obstbaumschnitt dient vor allem der Maximierung des Ertrags. Wenn man nicht professionell Obst anbaut, kann man sich ruhig mit den gängigen Instandhaltungsarbeiten begnügen (abgestorbene Äste entfernen etc.) und muss sich nicht bemühen, den Baum in die perfekte Form zu bringen.
Wann Obstbäume schneiden?
Der beste Zeitpunkt zum Obstbaum schneiden ist im Herbst und Winter, etwa von Oktober bis März. Am besten ist sicherlich ein eher früherer Zeitpunkt Mitte Herbst, da sich zu dieser Zeit die Frostgefahr besser einschätzen lässt. Bei Minustemperaturen nämlich sollte man den Obstbaum nicht schneiden und er sollte nach dem Schnitt auch noch Zeit haben, sich zu erholen, bevor Frost eintritt.
Das richtige Werkzeug
Scharf und hochwertig, zum Beispiel eine Astschere mit beweglichem Amboß sorgt dafür, dass die Äste wirklich abgeschnitten und nicht gequetscht werden. Für dickere Zweige eine Baumsäge verwenden. Am besten ist es, wenn die Schnittkanten möglichst glatt sind, damit sich keine Krankheiten einnisten.
Anleitung Obstbaum Schnitt
- Als erstes nimmt man natürlich die abgestorbenen Äste ab und Äste, die drohen, abzubrechen, sich zum Beispiel auch schon ohne Früchte stark nach unten biegen.
- Dann schneidet man die Wasserschosse heraus. Diese Äste wachsen steil nach oben und tragen keine/kaum Früchte. Außerdem nimmt man Äste heraus, die nach innen wachsen.
- Äste, die eng aneinander wachsen, können auch abgesägt werden
Ein paar Richtlinien:
- die Saftwaage im Auge behalten, das bedeutet, stark vereinfacht, dass Äste am besten versorgt werden, wenn sie in einem nicht zu spitzen Winkel zum Baum stehen und auf ihrer gegenüberliegenden Seite einen ähnlich starken Ast stehen haben.
- keine "Kleiderhaken" stehen lassen, also Äste bis nahe an den Stamm (ca. 5cm) abschneiden, die man mit Baumwachs versiegelt
- Um eine möglichst glatte Schnittkante zu erreichen, sägt man allerdings zunächst in einem größeren Abstand vom Baum und sägt danach erst den Stummel weg. Ansonsten sorgt das Gewicht des Astes für zu viel Zug und kann die Rinde tief einreißen. Beim Äste schneiden sägt man zuerst von unten bis maximal in die Mitte, dann den Rest von oben. Wenn man den Ast komplett von oben durchsägen will, bricht er nämlich ab.
- Wenn man einen Trieb kürzt, schneidet man möglichst nah (ca 1 cm) über dem nächsten Auge ab. Dabei kann man sogar die weitere Wuchsrichtung des Astes bestimmen, da man im Voraus sehen kann, ich welche Richtung das gewählte Auge austreiben wird.